S t e t t e n

kleines Dorf - enorme Belastung


  • die Gemeinde
  • Stetten ist ein neuralgischer Punkt im Verkehrskonzept. Diese Einzelstellung begründet sich durch die 2 Bundesfernstraßen: B31 - nur 20-50m an der Wohnbebauung vorbeiführend - und der B33, die die Gemeinde im Ortskern durchschneidet.

    Die höchste Verkehrslast aus den Verkehrszählungen besteht zwischen Stetten und dem SABA-Knoten (durch Bündelung B31 / B33). Auch für 2030/2035 wird die höchste Verkehrslast nach den Umlegungsprognosen um Stetten herum erwartet.

    Unabhängig von der endgültig festgestellten Lage der Trasse, werden von Stetten in Bezug auf die sehr kleine Gemarkungsfläche sehr wahrscheinlich die höchsten Flächenzugeständnisse für die B31neu überhaupt abgefordert.

    Zum Vergleich - Größe der Gemarkungen:

     

      • Markdorf: 40,91 km²
      • Meersburg: 12,08 km²
      • Immenstaad: 9,26 km²
      • Stetten: 4,3 km²
      • Hagnau: 2,94 km² (nur bei Tunnellösung Variante A ist der prozentuale Anteil vermutlich größer als in Stetten)

     

    Auch die Bauauswirkungen werden in Stetten für alle Varianten in den 3 Korridoren und die möglichen Kombinationen vermutlich den prozentual höchsten Flächenbedarf in Bezug auf die Gemarkungsfläche erfordern.

    Jede Variante wird großräumig den Naherholungsraum um Stetten herum negativ beeinflussen und zerstören.

    Die südlichen Varianten A, B, A/B vernichten in signifikant großer Ausdehnung das Landschaftsschutzgebiet als Erholungsraum und trennen die Gemeinde von dem ohnehin nur sehr kleinen zur Gemeinde gehörenden Uferbereich am See.

     

    Karte: Stetten mit Gemarkungsgrenze (openstreet map)

  • unerträgliche Verlärmung
  • Bereits heute besteht die höchste verkehrsinduzierte Lärmbelastung durch beide Bundesfernstraßen im Vergleich zu den anderen Gemeinden.

    Das Höhenniveau der B31 liegt im Süden über der normalen topografischen Höhenlage (aufgeschütteter Damm), mit weiterem, daraus resultierenden Lärmeintrag in die Gemeinde.

    Im Stettener Untersuchungsbereich gibt es ca. 370 Gebäude (Daten aus Lärmaktionsplan 2013)

    Entsprechend dem Lärmaktionsplan (LAP) Stetten von 2013:

    • fallen 69 Gebäude in den hoch-Lärm-belasteten Bereich (größer 60dB(A); Spitzenwerte größer 75dB(A)),
    • fallen weitere 123 Gebäude in den mäßig-Lärm-belasteten Bereich (größer 55dB(A) – Grenzwert der Wahrnehmungsempfindung von Geräuschen als Lärm),
    • sind 178 Gebäude sehr gering bis gar nicht vom Verkehrslärm betroffen (kleiner 55dB(A))

    Körperliche Stressreaktionen und eine langfristige Gesundheitsgefährdung sind ab 65dB(A) tags; 55db(A) nachts zu erwarten.

    Eine akute Gesundheitsgefährdung mit kurzfristigen Auswirkungen besteht ab ca. 80dB(A).

    Berücksichtigen muss man, dass LAP-Werte berechnet und nicht gemessen sind. Oft liegen Messwerte (bedingt durch Spitzen) über den berechneten Durchschnittswerten.

    • 19% aller Gebäude der Gemeinde sind durch Lärm hochbelastet
    • weitere 33% aller Gebäude der Gemeinde sind durch Lärm mäßig belastet
    • d.h., 52% aller Gebäude der Gemeinde sind durch Lärm belastet

     

    Ausschnitt Lärmkarte 3; Lärmaktionsplan Stetten 2013

     

    Die Lärmkartierung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg für Stetten 2017 zeigt, dass fast ganz Stetten innerhalb der für Lärmschutz relevanten Lärmbänder liegt.

    Im Vergleich:

    Ittendorf ist nahezu überhaupt nicht durch Lärm betroffen (Tempo 30 Zone in der B33 Durchfahrt)

    Für Nordvarianten der B31 ist keine nennenswerte Lärmänderung für Ittendorf aufgrund der großen Entfernung zur B31neu zu erwarten.

     

    Lärmkartierung 2017, Ausschnitt 1; Landesanstalt für Umwelt BW

     

    Lärmkartierung 2017, Ausschnitt 2 - Stetten; Landesanstalt für Umwelt BW

     

    Lärmschutzmaßnahmen:

    Die EU-weite verbindliche Definition der Lärmgrenzwerte erfordert zwingend einen Lärmschutz. Es bleibt jedoch derzeit (Stand Q3/2019) unbeantwortet, wie dieser Lärmschutz im Detail aussehen muss.

     

    Die zur Verfügung stehenden Mittel zur Bauvorhabenfinanzierung sind nicht unbegrenzt (vgl. §2  FStrAbG)!

     

    Daher ist eher damit zu rechnen, dass der Bau-Vorhabenträger nur den minimal notwendigen Lärmschutz umsetzen wird. Es gibt also keinerlei Garantien eines an der Gemeinde durchgehend vorbeiführenden Tunnels und damit auch keine Garantie der Wiederherstellung des Landschaftsbildes bei der Umsetzung einer seenahen, für Stetten, südlichen Trasse.

    Lärm- und auch konzentrierte Schadstoffemissionen bleiben gerade auch an möglicherweise dicht an der Wohnbebauung liegenden Tunnelportalen erhalten und entlasten die bereits über viele Jahre belastete Gemeinde kaum.

  • Erholung & Wirtschaft
  • Die geografische Lage mit dem Höhenrücken zwischen Hagnau und Uhldingen fördert den Weinanbau durch die besonderen klimatischen Verhältnisse in Seenähe (siehe auch: Karten aus Regionalplan; insb. Klimaatlas Bodensee, Ergebniskarte E4a).

     

    Kälteinhalte 4h nach Beginn der Kaltluftbildung (rot= niedriger Kälteinhalt; höhere Temperaturen; schwarz = hoher Kälteinhalt; niedrige Temperaturen)

     

    Eine südlich von Stetten gelegene Trassierung der B31 vernichtet im hohen Maße Weinbauflächen, die durch andere, klimatisch ungünstigere Standorte nicht kompensiert werden können.

     

    Stetten als sehr kleine Gemeinde mit nur etwas über 1000 Einwohnern hängt wirtschaftlich durch die geringe Anzahl von Gewerbebetrieben auch sehr vom Tourismus ab.

    Die Beherbergungsbetriebe liegen ohnehin schon ungünstig in den verlärmten Bereichen in direkter Nähe zu den Bundesfernstraßen, sodass hier die touristische Attraktivität sowieso vermindert ist. Aber auch viele Ferienwohnungen sind bereits heute 2019 durch Lärm belastet.

     

    Die südlichen Trassenvarianten A, B und A/B berauben Stetten dann auch noch der letzten verbliebenen touristischen Attraktivität dieser gemütlichen Gemeinde und des kleinen Erholungsgebiets südlich von Stetten.

  • Verkehrsrisiko
  • Immer wieder kommt es auf der B31 zu schweren Unfällen mit oft tragischem Ausgang (siehe Rubrik Presseberichte).

     

    Einen wirksamen Schutz bietet nur eine bauliche Trennung beider Fahrbahnen. Dies ist nur bei einem Neubau der B31 ab RQ21 gegeben. RQ28 ist für die Ausbauqualität das Ergebnis der verkehrstechnischen Untersuchung.

     

    _______________________________________________________

     

    All jenen, die 2019 in ihrer Kurzsichtigkeit die minimale, 3-spurige Erweiterung der B31 fordern, muss klar sein, dass sie selbst die Verantwortung für die Konsequenzen der tragischen Unfälle und für die zukünftigen Verkehrsopfer übernehmen und tragen müssen, falls diese unzureichend dimensionierte Straße je gebaut und freigegeben wird.

     

Stetten ist ein neuralgischer Punkt im Verkehrskonzept. Diese Einzelstellung begründet sich durch die 2 Bundesfernstraßen: B31 - nur 20-50m an der Wohnbebauung vorbeiführend - und der B33, die die Gemeinde im Ortskern durchschneidet.

Die höchste Verkehrslast aus den Verkehrszählungen besteht zwischen Stetten und dem SABA-Knoten (durch Bündelung B31 / B33). Auch für 2030/2035 wird die höchste Verkehrslast nach den Umlegungsprognosen um Stetten herum erwartet.

Unabhängig von der endgültig festgestellten Lage der Trasse, werden von Stetten in Bezug auf die sehr kleine Gemarkungsfläche sehr wahrscheinlich die höchsten Flächenzugeständnisse für die B31neu überhaupt abgefordert.

Zum Vergleich - Größe der Gemarkungen:

 

    • Markdorf: 40,91 km²
    • Meersburg: 12,08 km²
    • Immenstaad: 9,26 km²
    • Stetten: 4,3 km²
    • Hagnau: 2,94 km² (nur bei Tunnellösung Variante A ist der prozentuale Anteil vermutlich größer als in Stetten)

 

Auch die Bauauswirkungen werden in Stetten für alle Varianten in den 3 Korridoren und die möglichen Kombinationen vermutlich den prozentual höchsten Flächenbedarf in Bezug auf die Gemarkungsfläche erfordern.

Jede Variante wird großräumig den Naherholungsraum um Stetten herum negativ beeinflussen und zerstören.

Die südlichen Varianten A, B, A/B vernichten in signifikant großer Ausdehnung das Landschaftsschutzgebiet als Erholungsraum und trennen die Gemeinde von dem ohnehin nur sehr kleinen zur Gemeinde gehörenden Uferbereich am See.

 

Karte: Stetten mit Gemarkungsgrenze (openstreet map)

Bereits heute besteht die höchste verkehrsinduzierte Lärmbelastung durch beide Bundesfernstraßen im Vergleich zu den anderen Gemeinden.

Das Höhenniveau der B31 liegt im Süden über der normalen topografischen Höhenlage (aufgeschütteter Damm), mit weiterem, daraus resultierenden Lärmeintrag in die Gemeinde.

Im Stettener Untersuchungsbereich gibt es ca. 370 Gebäude (Daten aus Lärmaktionsplan 2013)

Entsprechend dem Lärmaktionsplan (LAP) Stetten von 2013:

  • fallen 69 Gebäude in den hoch-Lärm-belasteten Bereich (größer 60dB(A); Spitzenwerte größer 75dB(A)),
  • fallen weitere 123 Gebäude in den mäßig-Lärm-belasteten Bereich (größer 55dB(A) – Grenzwert der Wahrnehmungsempfindung von Geräuschen als Lärm),
  • sind 178 Gebäude sehr gering bis gar nicht vom Verkehrslärm betroffen (kleiner 55dB(A))

Körperliche Stressreaktionen und eine langfristige Gesundheitsgefährdung sind ab 65dB(A) tags; 55db(A) nachts zu erwarten.

Eine akute Gesundheitsgefährdung mit kurzfristigen Auswirkungen besteht ab ca. 80dB(A).

Berücksichtigen muss man, dass LAP-Werte berechnet und nicht gemessen sind. Oft liegen Messwerte (bedingt durch Spitzen) über den berechneten Durchschnittswerten.

  • 19% aller Gebäude der Gemeinde sind durch Lärm hochbelastet
  • weitere 33% aller Gebäude der Gemeinde sind durch Lärm mäßig belastet
  • d.h., 52% aller Gebäude der Gemeinde sind durch Lärm belastet

 

Ausschnitt Lärmkarte 3; Lärmaktionsplan Stetten 2013

 

Die Lärmkartierung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg für Stetten 2017 zeigt, dass fast ganz Stetten innerhalb der für Lärmschutz relevanten Lärmbänder liegt.

Im Vergleich:

Ittendorf ist nahezu überhaupt nicht durch Lärm betroffen (Tempo 30 Zone in der B33 Durchfahrt)

Für Nordvarianten der B31 ist keine nennenswerte Lärmänderung für Ittendorf aufgrund der großen Entfernung zur B31neu zu erwarten.

 

Lärmkartierung 2017, Ausschnitt 1; Landesanstalt für Umwelt BW

 

Lärmkartierung 2017, Ausschnitt 2 - Stetten; Landesanstalt für Umwelt BW

 

Lärmschutzmaßnahmen:

Die EU-weite verbindliche Definition der Lärmgrenzwerte erfordert zwingend einen Lärmschutz. Es bleibt jedoch derzeit (Stand Q3/2019) unbeantwortet, wie dieser Lärmschutz im Detail aussehen muss.

 

Die zur Verfügung stehenden Mittel zur Bauvorhabenfinanzierung sind nicht unbegrenzt (vgl. §2  FStrAbG)!

 

Daher ist eher damit zu rechnen, dass der Bau-Vorhabenträger nur den minimal notwendigen Lärmschutz umsetzen wird. Es gibt also keinerlei Garantien eines an der Gemeinde durchgehend vorbeiführenden Tunnels und damit auch keine Garantie der Wiederherstellung des Landschaftsbildes bei der Umsetzung einer seenahen, für Stetten, südlichen Trasse.

Lärm- und auch konzentrierte Schadstoffemissionen bleiben gerade auch an möglicherweise dicht an der Wohnbebauung liegenden Tunnelportalen erhalten und entlasten die bereits über viele Jahre belastete Gemeinde kaum.

Die geografische Lage mit dem Höhenrücken zwischen Hagnau und Uhldingen fördert den Weinanbau durch die besonderen klimatischen Verhältnisse in Seenähe (siehe auch: Karten aus Regionalplan; insb. Klimaatlas Bodensee, Ergebniskarte E4a).

 

Kälteinhalte 4h nach Beginn der Kaltluftbildung (rot= niedriger Kälteinhalt; höhere Temperaturen; schwarz = hoher Kälteinhalt; niedrige Temperaturen)

 

Eine südlich von Stetten gelegene Trassierung der B31 vernichtet im hohen Maße Weinbauflächen, die durch andere, klimatisch ungünstigere Standorte nicht kompensiert werden können.

 

Stetten als sehr kleine Gemeinde mit nur etwas über 1000 Einwohnern hängt wirtschaftlich durch die geringe Anzahl von Gewerbebetrieben auch sehr vom Tourismus ab.

Die Beherbergungsbetriebe liegen ohnehin schon ungünstig in den verlärmten Bereichen in direkter Nähe zu den Bundesfernstraßen, sodass hier die touristische Attraktivität sowieso vermindert ist. Aber auch viele Ferienwohnungen sind bereits heute 2019 durch Lärm belastet.

 

Die südlichen Trassenvarianten A, B und A/B berauben Stetten dann auch noch der letzten verbliebenen touristischen Attraktivität dieser gemütlichen Gemeinde und des kleinen Erholungsgebiets südlich von Stetten.

Immer wieder kommt es auf der B31 zu schweren Unfällen mit oft tragischem Ausgang (siehe Rubrik Presseberichte).

 

Einen wirksamen Schutz bietet nur eine bauliche Trennung beider Fahrbahnen. Dies ist nur bei einem Neubau der B31 ab RQ21 gegeben. RQ28 ist für die Ausbauqualität das Ergebnis der verkehrstechnischen Untersuchung.

 

_______________________________________________________

 

All jenen, die 2019 in ihrer Kurzsichtigkeit die minimale, 3-spurige Erweiterung der B31 fordern, muss klar sein, dass sie selbst die Verantwortung für die Konsequenzen der tragischen Unfälle und für die zukünftigen Verkehrsopfer übernehmen und tragen müssen, falls diese unzureichend dimensionierte Straße je gebaut und freigegeben wird.